Mittwoch, 20. September 2017

Das Chicago Hilton hat uns enttäuscht

Chicago Hilton ****
720 South Michigan Avenue South Loop
Chicago IL 60605
Treppenaufgang in der Empfangshalle

Das einzige Vier-Sterne-Hotel und, obwohl es auch das teuerste Hotel auf der gesamten Reise war, so haben wir uns dennoch gefreut, denn es liegt zentral ganz in der Nähe der Sehenswürdigkeiten die uns interessieren und die wir zu Fuß erreichen können. Parkplätze sind in Chicago äußerst rar, was unsere Brieftasche auch zu spüren bekam. Es ist auch eine sichere Gegend, steht's in der Beschreibung des Hotels auf booking.com.
Treppenaufgang in der Empfangshalle
Dann nach einem sehr langen Tag, nach den ganzen Formalitäten mit Autovermietung, mit anschließender Fahrt durch den Berufsverkehr, endlich das Hotel vor uns.

Der erste Eindruck - es ist groß.

Wir halten auf dem Streifen, neben dem Hoteleingang, der nur für Gäste des Hotels zum Einchecken dient und schon werden wir gefragt, ob wir denn hier einchecken möchten. Wieso sonst hätten wir denn hier gehalten und wären ausgestiegen mit einer Mappe unter dem Arm?

Na egal, wir bejahten und gingen rein. Es empfing uns eine wirklich schöne Empfangshalle mit Treppenaufgängen zu beiden Seiten. An der Architektur und Einrichtung war unschwer zu erkennen, dass es ein historisches Hotel sein muss - was wir später auch an einer Tafel am Eingang bestätigt fanden. Wir aber folgten den Zeichen zum Empfang um einzuchecken. Wir wollten ja noch ein bisschen raus und zum Buckingham Fountain - ganz in der Nähe - sobald es dunkel wird. Lange war es nicht mehr dahin.


Unser erster Eindruck war ganz schnell verflogen, als wir entdeckten, dass es zwei Kategorien von Hotelgästen gab: die sogenannten Honors, das waren Hilton Mitglieder mit entsprechender Mitgliedskarte und die Gäste zweiter Kategorie, zu welchen auch wir gehörten. Es gab schon zwei Warteschlangen, wobei die Honors immer zuerst bedient wurden, egal wie viele Normalgäste schon da waren. Etwas mehr Personal an dieser Stelle wäre nicht verkehrt gewesen, denn wir sind über eine halbe Stunde angestanden, bis wir endlich dran waren.

Hier gleich die erste Frage, ob wir denn Mitglieder wären. Wir verneinten und das erst so freundliche Lächeln fror zusehends ein. Wir wollten noch wissen, wie wir zum Buckingham Fountain kommen. Da hat die Dame eine Karte vom Stapel gleich neben ihr genommen. Ohne hinzuschauen hat sie einen Kreis ums Hilton gemacht und gesagt, der ist nur ein paar Minuten zu Fuß von hier und zeigte uns den Weg ganz kurz auf der Karte. Dann wollte sie schon zum nächsten Kunden übergehen, als wir sie wegen des Garagen-Stellplatzes fragten und uns die Frage erlaubten, ob es denn WiFi im Hotel gäbe. "Ja, aber nur für Honors", war die knappe Antwort. Auf die Frage, was es denn kosten würde, wenn wir auch eins möchten, hieß es: "Ohne Mitgliedskarte kein WiFi".
Da sage mir noch einer, das wäre keine Zweiklassengesellschaft!

... aber bestimmt nicht mit dem Personal!
Jetzt schon mit beiden Augen beim nächsten Kunden, hat sie uns dann eine Karte gegeben, mit der wir in die Garage reinkommen. Am nächsten Morgen sollten wir an die Rezeption, dort können wir sie dann bezahlen. Das wäre billiger als unten beim Kassenautomaten. Wir haben die Karte genommen und sind zurück zum Auto.

Da wir nicht genau wussten wo die Garage war und wie wir dahin kommen - sie sollte unterhalb des Hotels liegen, aber wo der Eingang ist, hat man uns drinnen nicht gesagt - fragten wir den Türsteher, bzw. den Ordnungshüter oder was auch immer es war, der sich an dem Check-In-Streifen aufhielt. Der wollte unser Auto gleich selber parken, was wir aber nicht wollten, denn unsere Koffer und alles war noch im Auto.

Dann das nächste unfreundliche Gesicht und eine recht knappe, kalte Antwort: zweimal rechts und dann den Eingang in der Mitte und weg war er. Tolle Beschreibung dachte ich noch, aber wir haben es dann doch gefunden.

Fazit: für knapp $300,00 pro Nacht (Zimmer $221 und Garage nochmals $61) eine eiskalte Begrüßung, knappe nicht gerade freundliche Antworten auf unsere Fragen und den Blick schon beim nächsten Kunden, der vielleicht Mitglied im Club ist und mehr einbringt als wir, die wir auch noch über booking.com reserviert haben.

Dann unser Zimmer. Es war in der hintersten Ecke - natürlich ganz weit weg vom Aufzug. Nach dem langen Flug, endlich angekommen. Wir wollten nur kurz duschen und dann gleich weiter zu dem Springbrunnen. Schließlich war es schon dunkel draußen.

Das Zimmer selber war groß, mit zwei Bädern und auch zwei Betten, einem sehr langen Schreibtisch mit Fernseher und einem iPad. Da konntest du abrufen, wo du dein Geld innerhalb des Hotels am besten ausgeben kannst. Ich habe es schnell aufgegeben, denn unsere Zeit war knapp bemessen und wir wollten ja noch ein bisschen rumlaufen. Der Buckingham Fountain soll ganz toll beleuchtet sein und dunkel war es schon.

Und sowas in einem Vier-Sterne-Hotel
Eine kurze Inspektion zur Sauberkeit im Bad und bei den Betten. Beide waren sauber. Ein Rundumblick, auch nach oben und nach unten: der Teppichboden war nicht mehr der neueste und wir waren uns auch nicht ganz sicher, ob er tatsächlich gesaugt wurde bevor wir eingezogen sind. Na egal, es ist ja nur für eine Nacht.

Schnell noch den Müll in den Eimer werfen und siehe da. Eine Bananenschale, eine leere Flasche und auch Papier im Mülleimer. Kurz danach entdeckten wir eine sogenannte Recyclingtüte auf dem Tisch mit Fettflecken. Die wurde wohl schon mehrfach recyclet. Richtig unappetitlich.

Also gingen wir runter es zu reklamieren. Natürlich waren wir keine Honors, also mussten wir wieder mal warten, bis die Honors bedient waren. Erst dann kamen wir dran. Als ich ihr vom Dreck im Zimmer sagte, fragte sie uns nur, ob wir denn das Zimmer tauschen möchten.

NO THANK YOU - für den Fettfleck
Da ich aber keine Lust hatte vielleicht wieder ans andere Ende des Hotels mit dem ganzen Gepäck gehen zu müssen und wir nach dem langen Flug und dem vielen sitzen nur noch raus wollten, sagten wir nur, dass wir es gerne sauber hätten, wenn wir wieder da sind.

Kein Wort der Entschuldigung kam über ihre Lippen. Nur ein OK.

Nach mehr als zwei Stunden kamen wir wieder zurück. Der Dreck aus dem Mülleimer war verschwunden - eigentlich lag er in einer Tüte auf dem Flur unweit von unserem Zimmer - aber die Tüte mit Fettflecken war immer noch auf dem Tisch.

Da ich meinen Urlaub nicht gleich mit Ärger beginnen, sondern die Zeit genießen wollte, beließ ich es dabei.

Und dieses historische Hotel wurde erst 2015 zum Hotel des Jahres ernannt (siehe weiter oben). Man kann und will es aber nicht glauben, bei dem was wir gerade erlebt haben.

Eingangshalle des Jahres und Aussehen der Empfangshalle würde ich sagen, die würden es voll und ganz verdienen, aber weder das Personal, das uns  bedient hat noch das Zimmer das wir bekommen haben.

Irgendwann in der Nacht hat man uns ein Schreiben unter der Tür hindurchgesteckt, wie Hilton dem Kunden das Auschecken erleichtert, bzw. welche zusätzlichen Services angeboten werden. Nicht dabei vergessen, dass es sich dabei nur um die Hilton HHonors Members handelt. Als normaler Gast kriegst du manches nicht einmal, wenn du es zusätzlich bezahlen möchtest.

Wäre bloß neugierig, ob man sich bei einem Hilton HHonor Member entschuldigt, wenn er Dreck im Zimmer hat, wie wir.

Bei uns ist das Chicago Hilton mit seinen vier Sternen total durchgefallen, was Service und Leistung für einen nicht Hilton HHonor Member betrifft. Die zwei vergebenen Sterne sind nicht für das Personal, das uns bedient hat - keiner der Angestellten war wirklich freundlich zu uns.

Wenn ihr unseren Blog weiter verfolgt und auch die Bewertungen zu anderen Hotels anschaut, werdet ihr unseren Missmut dem Hilton gegenüber bestimmt verstehen. Dann könnt ihr auch sehen, dass wir keine großen Ansprüche stellen, wenn das Hotel nur für 1 - 2 Nächte ist.

Alle Beiträge zum Thema Chicago findet ihr unter dem Label Chicago


Alle Stationen unserer Reise von Chicago bis LA auf unserer Karte.
Entlang der Route 66 von Chicago bis LA 


Kommentare:

Harald H. Jungbauer hat gesagt…

Diesen Service muss man sich merken: Keine Entschuldigung wegen des Mülls im Zimmer, der nur teilweise nach unserer Beschwerde entsorgt wurde, keine tollen Auskünfte und die Angestellten "nur" höflich wenn die Mitgliedskarte gezeigt wurde, keine freundlichen Worte oder Nachfragen beim Auschecken, das behält man für zukünftige Aufenthalte in einem Hilton in Erinnerung.

Geri Linda Metterle hat gesagt…

... aber vielleicht ist es ja auch nur das Chicago Hilton?

Anonym hat gesagt…

Hallo, ihr Zwei! Habe gerade eure nicht gerade angenehmen Erlebnisse im Hilton Chicago gelesen. Wir sind auch Hilton HHonors Member. Das kann jeder werden, denn es ist gratis.Wir haben das gemacht weil wir die Rewards Punkte sammeln, es gehören ja auch Hampton Inn, Doubletree und viele weitere Hotelketten dazu. Fast jedes Jahr übernachten wir daher ein- bis zweimal gratis in einem Hotel das auf unserer Strecke liegt. Und Internet ist immer kostenlos mit dabei, oft auch noch Upgrades zu einem besseren Zimmer oder ein Snack Paket für auf das Zimmer. Für eine gratis Mitgliedschaft finde ich das gar nicht so übel. Aber unfreundliches Personal mag ich auch nicht und im Hilton Chicago waren wir noch nie. Informiert euch doch mal über das HHonors Programm und wieviele Hotelketten da involviert sind (dürften 14-15 sein).
Ich wusste übrigens nicht wie ich hier zu dem Kommentar meinen Namen schreiben kann, deshalb leider anonym gewählt.
Deshalb unterschreibe ich hier mal mit meinem echten Namen - Sylvia Höhn =D .

Geri Linda Metterle hat gesagt…

Liebe Sylvia,

vielen Dank für deinen Kommentar. Mit Google+ Account sollte es funktionieren. Zumindest hat es noch funktioniert vor ein paar Wochen.

Hatte eine ganz lange Antwort an dich formuliert, aber Nirwana hat sie nun. Blogger von Google muss wieder Änderungen durchgeführt haben, die wohl nicht so ganz funktionieren. Ich habe im Blog jetzt auf POP-Up-Fenster umgestellt und hoffe nun, dass mein Kommentar nicht wieder verschwindet. Ich werde bei Blogger mal nachfragen was passiert ist und hoffe doch eine Antwort zu kriegen.

Nun aber zur Antwort.
Vielen Dank für den Tipp. Die Idee hatte ich auch schon, aber bei der Unfreundlichkeit haben wir uns gar nicht mehr getraut danach zu fragen. Auch wollten wir keine Zeit verschwenden und zum Buckingham Fountain, der nachts so toll beleuchtet ist. Ich hätte ja auch gerne gegoogelt, aber auch das blieb mir verwehrt, denn ich kriegte überhaupt kein WLAN, auch nicht gegen Bezahlung.

Wenn ich das unfreundliche Personal im Chicago Hilton mal verdaut habe ... kann dauern, da ich sehr enttäuscht war ... werde ich mir das mit dem HHonor mal näher ansehen. Wir buchen aber meistens über booking.com und ich glaube, um die Rewards zu bekommen, muss man direkt buchen - oder täusche ich mich da?

Wir bevorzugen meistens ganz kleine Hotels und Motels, einfach um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und wir schaffen es fast immer. Das Einchecken bei uns dauert immer länger als üblich bei diesen Hotels. Aber wir unterstützen damit eine vom Aussterben bedrohte Rasse - den Mittelstand im Hotelwesen. ;)

Entlang der Route 66 haben wir meistens historische Hotels gebucht - manche auch direkt und auf dem nördlicheren Weg zurück auch ein paar ganz Besondere. Alle waren billiger als das Chicago Hilton und auch das billigste Hotel hat uns besser gefallen als das teuerste unserer ganzen Reise.

Kommt in den nächsten Wochen oder wohl eher Monaten im Blog Zwei Waldkraiburger on Tour

Liebe Grüße und nochmals danke für deinen Tipp

Geri Linda